Sterbeurkunde beantragen: Wie viele Kopien Sie wirklich brauchen
Sterbeurkunde beantragen in Schweiz, Deutschland, Österreich und Frankreich: Wo, wie viele Kopien und welche Behörden und Institutionen ein eigenes Exemplar verlangen.
Was ist die Sterbeurkunde?
Die Sterbeurkunde ist das amtliche Dokument, das den Tod rechtlich bestätigt. Ohne sie kommen Sie praktisch nirgends weiter: Banken, Versicherungen, Renten- und Pensionskassen, Arbeitgeber, Nachlassgericht — alle verlangen eine (originale oder amtlich beglaubigte) Kopie.
Wo beantragen Sie die Sterbeurkunde?
Schweiz
Beim Zivilstandsamt der Sterbegemeinde. Das Bestattungsunternehmen übernimmt die Meldung meist automatisch, sobald der ärztliche Todesschein vorliegt. Kopien kosten je nach Kanton rund CHF 30–50 pro Stück.
Deutschland
Beim Standesamt der Sterbegemeinde. Bestattungsunternehmen melden ebenfalls in aller Regel für die Angehörigen. Kosten: rund 10–15 EUR pro Kopie, weitere Exemplare oft günstiger.
Österreich
Beim Standesamt, in dem der Tod eingetreten ist, nach vorheriger Totenbeschau. Gebühren liegen bei rund 9 EUR je Ausfertigung.
Frankreich (zum Vergleich)
Beim Rathaus (Mairie) der Sterbegemeinde. Kopien sind hier kostenlos, aber der Bedarf ist besonders hoch — mindestens 10 Kopien werden empfohlen.
Wie viele Kopien sollten Sie bestellen?
Faustregel: 8–12 Kopien. In Frankreich lieber gleich 10–15. Rechnen Sie mit je einer Kopie pro:
- Bank- und Depotverbindung
- Lebens-, Renten-, Unfall- und Sachversicherung
- Rentenkasse / AHV / Pensionsversicherung
- Arbeitgeber der verstorbenen Person
- Krankenkasse
- Nachlassgericht bzw. Notar
- Grundbuchamt (bei Immobilienbesitz)
- Fahrzeugregister (bei Fahrzeugen im Namen der verstorbenen Person)
- Vermieter oder Wohnbaugenossenschaft
- Telekom-, Strom- und Streaminganbieter (oft reicht auch eine einfache Kopie)
Praxistipp: Nachbestellungen vermeiden
Bestellen Sie bei der ersten Anfrage lieber zu viele als zu wenige Kopien. Nachbestellungen bedeuten:
- Erneute Gebühren (in DE/CH/AT)
- Warten von Tagen bis Wochen
- Verzögerungen beim Abwickeln von Versicherungen und Renten, die pro Monat Verspätung Geld kosten können
Bewahren Sie ausserdem mindestens ein Original in einer Klarsichthülle ungeknickt auf — manche Behörden akzeptieren nur unbeschädigte Ausfertigungen.
Digitale Sterbeurkunde?
In der Schweiz und Deutschland ist die Sterbeurkunde weiterhin ein Papierdokument mit Siegel und Unterschrift. Manche Institutionen akzeptieren gescannte Kopien für den Erstkontakt, verlangen aber später das Original nach.
Verwandte Themen in der App
- Checkliste [Die ersten Schritte nach einem Todesfall](/app)
- [Dokumenten-Ausfüller](/dokument-ausfueller) für Banken und Versicherungen
---
[Weitere Informationen und praktische Hilfe finden Sie auf wegbegleiterapp.com.](/app)