Erbschaft Österreich: wer erbt, was ist zu tun, welche Fristen gelten?
<p>Eine Erbschaft in Österreich bringt rechtliche, steuerliche und emotionale Fragen mit sich. Dieser Ratgeber fasst zusammen, wer gesetzlicher Erbe ist, welche Fristen für Annahme oder Ausschlagung gelten, wie der Erbschein beantragt wird und wie hoch die Erbschaftssteuer typischerweise ausfällt. Die <a href="/app" class="text-primary underline">Wegbegleiter App</a> begleitet Sie mit Briefvorlagen und einer länderspezifischen Checkliste durch jeden Schritt.</p>
Wer erbt nach dem Gesetz?
Das Erbrecht in Österreich kennt eine gesetzliche Erbfolge, die zum Tragen kommt, wenn kein Testament vorliegt. In erster Ordnung erben Ehe- bzw. eingetragene Partner sowie die Kinder; gibt es keine direkten Nachkommen, rücken Eltern, Geschwister und schließlich entfernte Verwandte nach. Der Ehepartner erhält dabei eine Pflichtquote, die nicht entzogen werden kann.
In Österreich wird jede Verlassenschaft vom Gerichtskommissär (Notar) abgewickelt – auch wenn nur geringe Werte vorhanden sind.
Testament und Erbvertrag
Wer von der gesetzlichen Erbfolge abweichen möchte, muss ein Testament errichten – handschriftlich, notariell oder in Form eines Erbvertrages. Auch das Berliner Testament (gemeinschaftliches Testament der Ehepartner) ist verbreitet. Wichtig ist die Beachtung des Pflichtteils, der nahen Angehörigen einen Mindestanspruch sichert.
Erbe annehmen oder ausschlagen
Mit dem Tod fällt die Erbschaft automatisch an. Bestehen Zweifel an der Werthaltigkeit, sollten Sie die Erbschaft innerhalb von Verlassenschaftsverfahren beim Notar ausschlagen. Andernfalls haften Sie unter Umständen mit Ihrem eigenen Vermögen für Schulden des Verstorbenen. Ein öffentliches Inventar bringt Klarheit über Aktiva und Passiva.
Erbschein / Erbnachweis
Banken, Grundbuchämter und Versicherungen verlangen einen Erbnachweis. Dieser wird vom Nachlassgericht, einem Notar oder dem zuständigen Amt ausgestellt und kostet je nach Nachlasswert mehrere hundert Euro. Bestellen Sie mehrere beglaubigte Ausfertigungen.
Erbschaftssteuer und Freibeträge
Die Erbschaftssteuer in Österreich hängt vom Verwandtschaftsgrad und dem Nachlasswert ab. Ehe- bzw. eingetragene Partner und Kinder genießen die höchsten Freibeträge. Erkundigen Sie sich frühzeitig beim Finanzamt nach Steuerklassen, Freibeträgen und Stundungsmöglichkeiten – insbesondere bei Immobilien und Unternehmensanteilen.
So gehen Sie konkret vor
1. Testament suchen und beim Nachlassgericht eröffnen lassen. 2. Bestattung organisieren. 3. Erbennachweis beantragen. 4. Inventar erstellen – Aktiva und Passiva. 5. Konten, Verträge, Versicherungen abwickeln. 6. Erbschaftssteuererklärung einreichen. 7. Erbe unter den Miterben aufteilen oder Erbengemeinschaft auseinandersetzen.
Die Wegbegleiter App führt Sie Schritt für Schritt durch jeden dieser Punkte und stellt landesspezifische Briefvorlagen bereit.
Häufige Fragen
- Was ist der Pflichtteil?
- Der Pflichtteil ist der gesetzlich garantierte Mindestanteil naher Angehöriger und beträgt je nach Land 25-50 % des gesetzlichen Erbteils.
- Wie lange dauert eine Erbschaft?
- Eine unkomplizierte Erbschaft ist in 6-9 Monaten geregelt; bei Immobilien, Unternehmensanteilen oder Streit kann sie mehrere Jahre dauern.
- Was ist die Frist für die Ausschlagung in Österreich?
- Sie beträgt Verlassenschaftsverfahren beim Notar und beginnt mit dem Tag, an dem Sie vom Erbfall erfahren haben.
- Wie hoch ist die Erbschaftssteuer?
- Sie hängt vom Verwandtschaftsgrad und vom Nachlasswert ab; Ehepartner und Kinder zahlen am wenigsten, entferntere Verwandte und Freunde am meisten.
- Was tun bei einer Erbengemeinschaft?
- Eine Erbengemeinschaft sollte schnell auseinandergesetzt werden – durch Teilungsplan, Auszahlung oder Verkauf. Andernfalls drohen lange Blockaden bei Verkäufen oder Verträgen.
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