Die ersten 24 Stunden nach einem Todesfall in Deutschland

Direkt nach einem Todesfall stehen wenige, aber wichtige Schritte an. Dieser Ratgeber zeigt, was in den ersten 24 Stunden wirklich erledigt werden muss – und was warten kann.

1. Arzt verständigen

Stirbt ein Mensch zu Hause, rufen Sie zuerst einen Arzt: Hausarzt, ärztlicher Bereitschaftsdienst (116 117) oder in einem medizinischen Notfall den Notarzt (112). Der Arzt führt die Leichenschau durch, stellt die Todesart fest und stellt die Todesbescheinigung (Totenschein) aus. Die Polizei (110) wird nur bei Unfall, Suizid oder unklarer Todesursache benötigt – das ist gesetzlich vorgeschrieben und kein Misstrauensvotum gegen Sie.

Im Krankenhaus oder Pflegeheim übernimmt die Einrichtung diesen Schritt. Sie werden anschließend informiert und können in Ruhe Abschied nehmen.

2. Abschied nehmen

Sobald der Tod festgestellt ist, dürfen Sie sich Zeit lassen. In den meisten Bundesländern darf der Leichnam bis zu 36 Stunden zu Hause bleiben. Diese Zeit gehört Ihnen und Ihrer Familie. Zünden Sie eine Kerze an, decken Sie den Verstorbenen mit einem Tuch ab, sitzen Sie still. Es muss in dieser Phase nichts entschieden werden.

3. Engste Angehörige informieren

Verständigen Sie Ehepartner, Kinder, Eltern und engste Freunde – persönlich oder telefonisch. Bitten Sie eine Vertrauensperson, weitere Telefonate zu übernehmen. Soziale Medien sind in den ersten Stunden tabu: nahestehende Personen sollen es nicht über einen Post erfahren.

4. Wichtige Dokumente zusammensuchen

Suchen Sie folgende Unterlagen zusammen – Sie brauchen sie für Bestatter und Standesamt:

  • Personalausweis und Reisepass
  • Geburtsurkunde
  • Heirats- oder Lebenspartnerschaftsurkunde, ggf. Scheidungsurteil
  • Sterbeurkunde eines bereits verstorbenen Ehepartners
  • Rentenbescheid und Krankenversichertenkarte
  • Versicherungspolicen (Lebens-, Sterbegeld-, Unfallversicherung)
  • Testament oder Hinweise auf ein hinterlegtes Testament

5. Bestattungsunternehmen kontaktieren

Innerhalb von etwa 24 bis 36 Stunden muss ein Bestatter mit der Überführung beauftragt werden. Holen Sie wenn möglich zwei bis drei Angebote ein – die Preise unterscheiden sich erheblich. Der Bestatter übernimmt anschließend Anzeige beim Standesamt, Sarg, Trauerfeier und Beisetzung.

Was Sie nicht in 24 Stunden erledigen müssen

Banken, Versicherungen, Arbeitgeber, Vermieter und Rentenversicherung können warten. Sie haben dafür Tage und Wochen Zeit. Die Wegbegleiter App hilft Ihnen, alles in Ruhe und in der richtigen Reihenfolge abzuarbeiten.

Häufige Fragen

Muss ich die Polizei rufen, wenn jemand zu Hause stirbt?
Nein – nur bei einem nicht-natürlichen oder ungeklärten Tod (Unfall, Suizid, Gewalteinwirkung). Bei einem erwarteten Tod genügt der Hausarzt oder der ärztliche Bereitschaftsdienst (116 117).
Wie lange darf ein Verstorbener zu Hause bleiben?
In den meisten Bundesländern bis zu 36 Stunden. Danach muss ein Bestatter mit der Überführung in die Leichenhalle beauftragt werden.
Muss ich noch in der Nacht das Standesamt anrufen?
Nein. Die Anzeige beim Standesamt erfolgt innerhalb von drei Werktagen und wird in der Regel vom Bestatter übernommen.
Wer hilft mir, wenn ich allein bin?
Bitten Sie Nachbarn, Freunde oder die Telefonseelsorge (0800 111 0 111) um Unterstützung. Bestattungsunternehmen begleiten Sie auch durch die ersten Schritte.

Wegbegleiter – die App für schwere Momente

Checklisten, Briefvorlagen und eine verschlüsselte Notfallmappe – kostenlos starten.

Weiterlesen