Fristen nach Todesfall Deutschland: alle Termine im Überblick

<p>Nach einem Todesfall in Deutschland laufen zahlreiche Fristen parallel – von der Meldung beim Standesamt bis zur Erbschaftssteuer. Wer den Überblick verliert, riskiert Bußgelder oder den Verlust von Versicherungsleistungen. Diese Übersicht zeigt jede Frist chronologisch und nennt die zuständige Behörde. Die <a href="/app" class="text-primary underline">Wegbegleiter App</a> erinnert Sie zusätzlich automatisch.</p>

Sofort: die ersten Stunden

Ein Todesfall in Deutschland setzt eine Kette von Fristen in Gang. Schon in den ersten Stunden ist ein Arzt zu rufen (Notruf 112), der die Todesbescheinigung ausstellt. Diese ist die Grundlage für alle weiteren Schritte und muss bei jeder Behörde im Original vorgelegt werden.

1-3 Tage: Anzeige beim Standesamt

Die Meldung beim Standesamt erfolgt innerhalb von 3 Werktagen. Damit wird die offizielle Sterbeurkunde ausgestellt – bestellen Sie 6 bis 10 Originale für Bank, Versicherungen, Erbschein, Vermieter und Arbeitgeber. In Deutschland gilt Bestattungspflicht; die Friedhofssatzungen unterscheiden sich je nach Bundesland und Kommune.

4 bis 10 Tage je nach Bundesland: Bestattung

Die Bestattung findet in Deutschland typischerweise 4 bis 10 Tage je nach Bundesland statt. Innerhalb dieses Zeitfensters müssen Sie das Bestattungsinstitut beauftragen, die Art der Bestattung wählen und die Trauerfeier organisieren.

2 Wochen: Behörden, Banken, Versicherungen

Innerhalb von zwei Wochen sollten Sie folgende Stellen informieren:

  • Deutsche Rentenversicherung – Rentenstopp, Hinterlassenenrente beantragen
  • Krankenversicherung und Pflegekasse
  • Banken und Bausparkasse
  • Lebens-, Unfall- und Sterbegeldversicherung
  • Arbeitgeber, Vermieter, Energieversorger, Telekom, Abonnements

Verträge enden meist nicht automatisch; Sie müssen sie schriftlich kündigen.

Erbschaft: 6 Wochen ab Kenntnis (§ 1944 BGB)

Bestehen Zweifel an der Werthaltigkeit des Nachlasses, sollten Sie die Erbschaft fristgerecht ausschlagen – die Frist beträgt 6 Wochen ab Kenntnis (§ 1944 BGB). Andernfalls haften Sie für Schulden des Verstorbenen. Erforderlichenfalls können Sie ein öffentliches Inventar verlangen.

3-12 Monate: Steuern und Auseinandersetzung

Innerhalb von etwa drei Monaten ist die letzte Einkommenssteuererklärung des Verstorbenen zu erstellen. Die Erbschaftssteuererklärung muss meist innerhalb von 6 bis 12 Monaten eingereicht werden – in Deutschland oft beim Finanzamt des letzten Wohnsitzes. Erst nach Bezahlung der Steuern können Konten, Immobilien und Wertpapiere endgültig auf die Erben übertragen werden.

Die Wegbegleiter App erinnert Sie an jede dieser Fristen und bietet eine länderspezifische Zeitachse.

Häufige Fragen

Wie schnell muss der Todesfall in Deutschland angezeigt werden?
Die Anzeige beim Standesamt erfolgt innerhalb von 3 Werktagen; in der Regel übernimmt das Bestattungsinstitut die Anmeldung.
Was passiert, wenn ich eine Frist verpasse?
Verspätungen können zu Bußgeldern, dem Verlust von Versicherungsleistungen oder zur unbeschränkten Haftung für Erbschulden führen.
Bis wann ist die Erbschaftssteuer fällig?
Meist 6-12 Monate nach dem Todestag – sprechen Sie früh mit dem Finanzamt über Fristverlängerungen.
Wann werden Bankkonten freigegeben?
Erst nach Vorlage eines gültigen Erbennachweises. Bestattungskosten dürfen das Konto auch vorher belasten.
Was tun bei Auslandsbezug?
Bei Vermögen oder Wohnsitz im Ausland gelten zusätzlich die dortigen Fristen – holen Sie internationale Rechtsberatung ein.

Wegbegleiter – die App für schwere Momente

Checklisten, Briefvorlagen und eine verschlüsselte Notfallmappe – kostenlos starten.

Weiterlesen