Checkliste Todesfall Österreich 2025

Diese Checkliste begleitet Sie chronologisch durch alle Aufgaben nach einem Todesfall in Österreich – mit allen wichtigen Fristen, Anlaufstellen und Hinweisen zum Verlassenschaftsverfahren. Drucken oder speichern Sie sie und arbeiten Sie in Ihrem Tempo.

Phase 1 – Die ersten Stunden

  • Hausarzt oder Rettung (144) verständigen; im Krankenhaus / Pflegeheim erledigt das Personal alles
  • Totenbeschau durch den Arzt; Anzeige des Todes (Todesbescheinigung) entgegennehmen
  • Polizei (133) nur bei Unfall, Suizid oder unklarer Todesursache
  • Engste Angehörige informieren; Abschied nehmen

Phase 2 – Innert 24 Stunden

  • Dokumente zusammensuchen: Reisepass / Personalausweis, Geburts- und Heiratsurkunde, Staatsbürgerschaftsnachweis, Meldezettel, Pensionsbescheid, e-card, Versicherungspolicen, Testament
  • Bestattungsunternehmen mit Überführung beauftragen – zwei Angebote einholen
  • Bestattungswünsche klären (Vorsorgevertrag, ZTR-Eintrag des Testaments)
  • Lebensversicherung melden

Phase 3 – Innert einer Woche

  • Anzeige des Todes beim Standesamt am Sterbeort (meist durch Bestatter)
  • Mindestens 6 Sterbeurkunden bestellen
  • Bestattung planen (Frist meist 5–10 Tage, Sanitätspolizeiliche Genehmigung bei Feuerbestattung)

Phase 4 – Erste 2 Wochen

  • Pensionsversicherungsanstalt (PVA): Pension stoppen, Witwen-/Witwerpension beantragen
  • ÖGK informieren
  • Banken: Tod melden, Konten werden bis zur Einantwortung gesperrt
  • Arbeitgeber: Endabrechnung, Urlaubsersatzleistung, Abfertigung
  • Vermieter: Eintrittsrecht (§ 14 MRG) prüfen oder Sonderkündigung
  • Strom, Gas, Internet, Telefon, ORF-GIS, Streaming, Vereine, Fitnessstudio
  • Finanzamt informieren

Briefvorlagen aus der App

Die Wegbegleiter App stellt fertige Briefe für PVA, ÖGK, Banken, Versicherungen, Vermieter und Arbeitgeber bereit.

Phase 5 – Verlassenschaftsverfahren

  • Der Gerichtskommissär (Notar) wird vom Bezirksgericht automatisch beauftragt und meldet sich in der Regel innerhalb von 4 bis 8 Wochen
  • Erbantrittserklärung abgeben – bedingt (Haftung beschränkt auf Aktiven) oder unbedingt
  • Inventar erstellen lassen; Vermögen, Liegenschaften und Schulden klären
  • Einantwortungsbeschluss abwarten – erst dann sind Sie offiziell Erbe

Phase 6 – Längerfristig

  • Konten freigeben, Liegenschaften umschreiben, Versicherungsleistungen einziehen
  • Arbeitnehmerveranlagung des Sterbejahres einreichen
  • Grunderwerbsteuer bei Immobilienübergang (Stufentarif)
  • Grabstein, Grabpflege, Gedenkfeier nach einem Jahr

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Verlassenschaft in Österreich?
Einfache Verfahren 6 bis 12 Monate. Komplexe Nachlässe mit Immobilien, Unternehmen oder Streit unter Erben können mehrere Jahre dauern.
Was kostet der Gerichtskommissär?
Die Tarife sind gesetzlich geregelt (GKTG). Bei einem Nachlass von 100'000 € liegen sie bei etwa 1'500–2'500 €.
Gibt es in Österreich eine Erbschaftssteuer?
Nein, sie wurde 2008 abgeschafft. Bei Immobilien fällt Grunderwerbsteuer (Stufentarif) an.
Was ist eine bedingte Erbantrittserklärung?
Sie haften nur bis zur Höhe der geerbten Aktiven. Bei unklarer Vermögenslage dringend empfohlen.

Wegbegleiter – die App für schwere Momente

Checklisten, Briefvorlagen und eine verschlüsselte Notfallmappe – kostenlos starten.

Weiterlesen