Todesfall Deutschland Checkliste
Ein Todesfall in Deutschland bringt Angehörige innerhalb weniger Tage in eine Vielzahl von Behördengängen und Entscheidungen. Diese Checkliste hilft Ihnen, ruhig und strukturiert vorzugehen – ohne wichtige Fristen zu übersehen.
Sofort nach dem Tod
Verständigen Sie einen Arzt, der den Tod feststellt und den Totenschein ausstellt. Zu Hause ist das der Hausarzt oder der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116 117. Im Krankenhaus oder Pflegeheim erledigen die dortigen Ärzte diesen Schritt. Der Leichnam darf in den meisten Bundesländern bis zu 36 Stunden zu Hause bleiben – Zeit, in Ruhe Abschied zu nehmen.
Wichtige Dokumente sammeln
Suchen Sie zusammen: Personalausweis, Geburtsurkunde, Heirats- oder Lebenspartnerschaftsurkunde, ggf. Scheidungsurteil oder Sterbeurkunde des Partners, Rentenbescheid, Krankenversichertenkarte, Versicherungspolicen, Testament und Mietvertrag. Diese Unterlagen brauchen Sie in den folgenden Wochen mehrfach.
Standesamt und Sterbeurkunde
Innerhalb von drei Werktagen muss der Todesfall beim Standesamt am Sterbeort angezeigt werden – das übernimmt meist der Bestatter. Bestellen Sie 8 bis 10 Sterbeurkunden, da Bank, Rentenversicherung, Versicherungen, Nachlassgericht und Arbeitgeber je ein Original benötigen.
Bestattung beauftragen
Die Bestattungsfristen liegen je nach Bundesland bei 4 bis 10 Tagen. Holen Sie nach Möglichkeit mehrere Angebote ein – Preise variieren stark. Klären Sie, ob ein Bestattungsvorsorgevertrag besteht oder Wünsche zur Bestattungsart hinterlassen wurden.
Behörden, Versicherungen, Verträge
In den ersten zwei Wochen sollten Sie informieren:
- Deutsche Rentenversicherung – Renten stoppen, Witwen-/Witwerrente beantragen
- Krankenkasse – Mitgliedschaft beenden, Familienversicherung prüfen
- Arbeitgeber – Beendigung des Arbeitsverhältnisses
- Banken – Konten werden eingefroren, Vollmachten über den Tod hinaus bleiben gültig
- Lebens- und Sterbegeldversicherung – Auszahlung beantragen
- Vermieter – Sonderkündigungsrecht innerhalb eines Monats
- Telekommunikation, Strom, Streaming – kündigen oder umschreiben
- Finanzamt, Rundfunkbeitrag
Erbschein und Erbschaft
Innerhalb von sechs Wochen nach Kenntnis vom Erbfall können Sie die Erbschaft ausschlagen – die Frist ist strikt. Ein Testament wird vom Nachlassgericht (Amtsgericht) automatisch eröffnet. Den Erbschein beantragen Sie ebenfalls dort; er ist erforderlich, um Immobilien umzuschreiben oder Konten aufzulösen.
Sie sind nicht allein
Vieles passiert gleichzeitig – das ist normal. Die Wegbegleiter App hält Ihnen den Rücken frei: mit einer auf Deutschland zugeschnittenen Checkliste, Fristen-Erinnerungen und vorbereiteten Briefen an Behörden und Versicherer.
Häufige Fragen
- Wie viele Sterbeurkunden brauche ich in Deutschland?
- Empfohlen sind 8 bis 10 Originale für Bank, Rentenversicherung, Versicherungen, Nachlassgericht, Arbeitgeber und Vermieter.
- Wie lange habe ich Zeit, die Erbschaft auszuschlagen?
- Sechs Wochen ab Kenntnis des Erbfalls. Bei Wohnsitz im Ausland sechs Monate. Die Frist ist nicht verlängerbar.
- Wer zahlt die Beerdigung?
- Grundsätzlich die Erben. Reicht der Nachlass nicht, übernimmt unter Voraussetzungen das Sozialamt die Sozialhilfebestattung.
- Kann ich Konten ohne Erbschein nutzen?
- Mit einer Konto- oder Generalvollmacht über den Tod hinaus oft ja. Ohne Vollmacht wird in der Regel ein Erbschein verlangt.
Wegbegleiter – die App für schwere Momente
Checklisten, Briefvorlagen und eine verschlüsselte Notfallmappe – kostenlos starten.