Checkliste Todesfall Deutschland 2025

Diese Checkliste begleitet Sie 2025 chronologisch durch alle Aufgaben nach einem Todesfall in Deutschland – mit allen wichtigen Fristen und Anlaufstellen. Drucken oder speichern Sie sie, und arbeiten Sie im eigenen Tempo Schritt für Schritt.

Phase 1 – Die ersten Stunden

  • Arzt verständigen (Hausarzt, 116 117 oder im Notfall 112). Polizei (110) nur bei Unfall, Suizid oder unklarer Todesursache
  • Totenschein (Todesbescheinigung) in Empfang nehmen und sicher aufbewahren
  • Engste Angehörige persönlich oder telefonisch informieren
  • Abschied nehmen – in den meisten Bundesländern darf der Verstorbene bis zu 36 Stunden zu Hause bleiben

Phase 2 – Innert 24 Stunden

  • Wichtige Dokumente zusammensuchen: Personalausweis, Geburts-/Heiratsurkunde, ggf. Scheidungsurteil, Rentenbescheid, Versicherungspolicen, Testament, Mietvertrag
  • Bestattungsunternehmen beauftragen – zwei bis drei Angebote einholen
  • Bestattungswünsche klären (Vorsorgevertrag, Patientenverfügung, Bestattungsverein)
  • Lebensversicherung melden – viele Tarife haben enge Meldefristen für die volle Leistung (48–72 Stunden)

Phase 3 – Innert 3 Werktagen

  • Anzeige beim Standesamt am Sterbeort (meist durch Bestatter)
  • 8 bis 10 Sterbeurkunden bestellen
  • Internationale Sterbeurkunde anfordern, wenn Vermögen oder Konten im Ausland

Phase 4 – Erste Woche

  • Trauerfeier und Beisetzung planen (Frist je nach Bundesland 4 bis 10 Tage)
  • Deutsche Rentenversicherung: laufende Rente einstellen, Witwen-/Witwerrente und Halbwaisenrente beantragen
  • Krankenkasse: Mitgliedschaft beenden, Familienversicherung prüfen
  • Bank/Sparkasse: Tod melden, Konten werden für Verfügungen ohne Erbennachweis gesperrt
  • Arbeitgeber: Endabrechnung, Restgehalt, betriebliche Altersvorsorge
  • Vermieter: schriftliche Anzeige, Sonderkündigungsrecht (§ 564 BGB) prüfen
  • Strom, Gas, Internet, Telefon, Streaming-Dienste, Rundfunkbeitrag (Beitragsservice)

Briefvorlagen aus der App

Die Wegbegleiter App stellt fertige Briefe an Rentenversicherung, Banken, Versicherungen, Vermieter und Arbeitgeber bereit – Sie ergänzen nur die persönlichen Daten.

Phase 5 – Erste 6 Wochen

  • Erbschaft prüfen und ggf. ausschlagen – Frist 6 Wochen nach Kenntnis vom Erbfall (§ 1944 BGB), bei Auslandsbezug 6 Monate
  • Testament beim Nachlassgericht (Amtsgericht am letzten Wohnsitz) eröffnen lassen – meist automatisch
  • Erbschein beantragen, falls nötig
  • Trauerfeier durchführen, Trauerkarten versenden

Phase 6 – Erste 3 Monate

  • Erbschaftssteueranzeige beim Finanzamt (3 Monate)
  • Abos kündigen: Zeitungen, Streaming, Vereine, Fitnessstudio
  • Vorsorgevollmachten zurückführen
  • Konten auflösen, Liegenschaften umschreiben

Phase 7 – Längerfristig

  • Erbschaftssteuererklärung (nach Aufforderung)
  • Letzte Einkommensteuererklärung des Verstorbenen
  • Grabstein, Grabpflege, Gedenkfeier nach einem Jahr
  • Erbteilung mit allen Erben besprechen, ggf. mit Notar

Häufige Fragen

Welche Frist ist 2025 in Deutschland am wichtigsten?
Die 6-Wochen-Frist zur Erbausschlagung (§ 1944 BGB) – wer sie verstreichen lässt, gilt automatisch als Erbe einschliesslich Schulden. Und die 3-Werktage-Frist beim Standesamt.
Werden Bankkonten sofort gesperrt?
Ja, sobald die Bank vom Tod erfährt – zumindest für freie Verfügungen ohne Erbennachweis. Vollmachten über den Tod hinaus bleiben gültig.
Wer zahlt die Bestattung, wenn kein Geld da ist?
Grundsätzlich die Erben aus dem Nachlass. Reicht das Vermögen nicht und sind keine unterhaltspflichtigen Angehörigen vorhanden, übernimmt das Sozialamt eine schlichte Sozialhilfebestattung.
Wie viele Sterbeurkunden brauche ich?
8 bis 10 Originale. Bank, Rentenversicherung, Versicherungen, Nachlassgericht, Arbeitgeber und Vermieter verlangen jeweils ein Original.

Wegbegleiter – die App für schwere Momente

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