Erbfolge ohne Testament – die gesetzliche Ordnung
Stirbt jemand ohne Testament, bestimmt das Gesetz die Erben. Dieser Vergleich fasst Frankreich, Belgien, Luxemburg und die Schweiz zusammen.
Frankreich: die vier Erbordnungen
Der Code civil kennt vier Ordnungen. Kinder erben zuerst, zu gleichen Teilen. Der überlebende Ehegatte erhält entweder ein Viertel Volleigentum oder das gesamte Nießbrauchrecht (bei ehelichen Kindern). Fehlen Nachkommen, kommen Eltern und Geschwister zum Zug.
Belgien und Luxemburg
Kinder erben das nackte Eigentum zu gleichen Teilen; der Ehegatte erhält den Nießbrauch am gesamten Nachlass. In Luxemburg gelten ähnliche Regeln – Kinder sind pflichtteilsberechtigt, der Anteil des Ehegatten variiert.
Schweiz
Nach dem Schweizer ZGB erhält der Ehegatte neben Nachkommen die Hälfte, ohne Nachkommen drei Viertel. Die Pflichtteilsreform 2023 hat die frei verfügbare Quote erhöht. Die Wegbegleiter-App (wegbegleiterapp.com) berechnet die Anteile automatisch.
Erbausschlagung
In Frankreich kann innerhalb von 4 Monaten renonciation erklärt werden, in der Schweiz gilt eine Frist von 3 Monaten nach Kenntnis des Todes. In Deutschland (zum Vergleich) sind es 6 Wochen, 6 Monate bei Auslandsaufenthalt.
Häufige Fragen
- Erbt der Ehegatte automatisch?
- Ja, aber die Höhe hängt von Kindern und Land ab.
- Haben Kinder aus früherer Ehe die gleichen Rechte?
- Ja, sie sind pflichtteilsberechtigte Erben.
- Was passiert ohne Verwandte?
- Der Nachlass fällt an den Staat.
- Ist ein Notar nötig?
- In fast allen Fällen ja, mindestens für den Erbschein.
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