Was gehört in einen Vorsorgeordner? (8-Länder-Checkliste)

Ein Vorsorgeordner ist die grösste Entlastung, die du deinen Angehörigen geben kannst. Alles an einem Ort, klar strukturiert, sofort griffbereit.

Inhalt (für alle Länder)

Persönliche Daten: Name, Geburtsdatum, Staatsangehörigkeit, Sozialversicherungs-/AHV-Nummer, Steuer-ID, Heimatort (CH), Religionszugehörigkeit.

Vorsorgedokumente: Vorsorgevollmacht / Vorsorgeauftrag / Mandat de protection future, Patientenverfügung / DAT / Directives anticipées, Organspende-Erklärung, Testament oder Erbvertrag (Aufbewahrungsort und Registrierung).

Finanzen: alle Bankkonten mit IBAN, Kreditkarten, Depots und Wertpapiere, Sparbücher, Lebensversicherungen mit Policennummern und Begünstigten, Pensionskasse / Betriebsrente (PK-Ausweis), Säule 3a (CH), Riester/Rürup (DE), Schulden, Kredite, Hypotheken.

Versicherungen: Krankenversicherung (KVG/GKV/PKV/CPAM/SSN), Haftpflicht, Hausrat, Gebäude, Kfz, Rechtsschutz, Unfall, Berufsunfähigkeit, Reise.

Immobilien: Grundbuchauszug, Hypothekenvertrag, Mietvertrag, Eigentümergemeinschaft.

Digitaler Nachlass: Liste aller Online-Konten, Zugangsdaten oder Passwort-Manager, Wünsche (löschen, archivieren, weiterführen), Inaktivitäts-Manager (Google), Nachlasskontakt (Facebook, Apple).

Bestattungswünsche: Bestattungsart, Friedhof oder Verstreuung, Trauerfeier (Ort, Musik, Blumen), Trauerredner, Anstatt-Blumen-Wunsch (Spendenzweck).

Kontaktliste: alle Personen, die im Todesfall informiert werden müssen, sowie eine Vertrauensperson, die den Ordner kennt.

Länderspezifische Ergänzungen

Schweiz: AHV-Ausweis, PK-Ausweis, Säule-3a-Policen, Heimatort(e), Familienbüchlein, Militärbüchlein, Meldung des Vorsorgeauftrags beim Zivilstandsamt (wird im Personenstandsregister vermerkt).

Deutschland: Sozialversicherungsausweis, Steuer-ID, Rentenausweis, Renteninformation, Betreuungsverfügung (§ 1816 BGB), Registrierung im Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer.

Österreich: e-Card, Pensionsbescheide, ÖZVV-Registrierung der Vorsorgevollmacht (Österreichisches Zentrales Vertretungsverzeichnis), Patientenverfügung (verbindlich vs. beachtlich).

Frankreich: Livret de famille, Contrat de mariage (régime matrimonial), Carte Vitale, FCDDV-Registrierung des Testaments, Donation entre époux, Mandat de protection future (enregistré ou sous seing privé).

Italien: Codice fiscale, Tessera sanitaria, DAT (L. 219/2017) mit Registrierung bei der Gemeinde, Amministratore di sostegno.

Belgien: Rijksregisternummer, Trouwboekje/Livret de mariage, Zorgvolmacht (registriert beim Vredegerecht), Wilsverklaring euthanasie (5 Jahre gültig — erneuern!), digitale kluis beim Notar.

Luxemburg: Matricule national (13 Ziffern), CNS-Versichertenkarte, Directives anticipées (Loi 16.03.2009), Mandat de protection future (Loi 11.08.2017).

Liechtenstein: AHV-Ausweis (wie CH), PK-Ausweis (BPVG), Vorsorgevollmacht (§ 260 ABGB-FL), Patientenverfügung (PatVG-FL).

Wo aufbewahren?

Zu Hause an einem sicheren, aber auffindbaren Ort. Informiere eine Vertrauensperson, wo der Ordner liegt. Nicht im Bankschliessfach — das wird nach dem Tod gesperrt. Eine Kopie beim Notar zu hinterlegen ist ebenfalls sinnvoll.

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Häufige Fragen

Ab welchem Alter sollte ich einen Vorsorgeordner anlegen?
Ab 18. Unfälle und schwere Krankheiten treffen nicht nur ältere Menschen.
Wie oft sollte ich den Ordner aktualisieren?
Mindestens einmal pro Jahr und nach jedem wichtigen Lebensereignis (Heirat, Scheidung, Geburt, Umzug, neuer Arbeitsvertrag).

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