Was tun bei Todesfall Deutschland? Der komplette Leitfaden für Angehörige

Wenn ein Mensch stirbt, stehen Angehörige vor einer doppelten Herausforderung: Sie trauern – und müssen gleichzeitig handeln. In Deutschland gibt es klare Abläufe und Fristen. Dieser Leitfaden erklärt Schritt für Schritt, was nach einem Todesfall zu tun ist.

Sofortmassnahmen in den ersten Stunden

Bei einem Todesfall zu Hause sofort den Hausarzt oder Notruf 112 rufen. Der Arzt stellt den Totenschein aus – die Grundlage für alle weiteren Schritte. Ein Bestattungsunternehmen muss zeitnah kontaktiert werden. Es übernimmt die Überführung, koordiniert mit dem Standesamt und begleitet Sie durch die ersten Schritte. Informieren Sie die engsten Angehörigen persönlich. Geben Sie sich dabei Zeit – nicht alles muss sofort geregelt werden.

Die ersten Tage – Behörden und Dokumente

Der Todesfall muss innerhalb von 3 Werktagen beim Standesamt der Sterbegemeinde gemeldet werden. Meist übernimmt das Bestattungsunternehmen diese Aufgabe. Benötigt: Totenschein, Personalausweis, Geburtsurkunde, ggf. Heiratsurkunde. Beantragen Sie sofort 8–10 beglaubigte Sterbeurkunden. Sie kosten je nach Gemeinde 10–15 € pro Stück und werden von fast allen Behörden und Institutionen verlangt. Jedes bekannte Testament muss unverzüglich beim Nachlassgericht (Amtsgericht) abgeliefert werden – auch handschriftliche. Das ist gesetzliche Pflicht in Deutschland.

Finanzen regeln

Alle Banken schriftlich mit Sterbeurkunde benachrichtigen. Konten werden gesperrt. Erben erhalten nach Vorlage des Erbscheins Zugang. Daueraufträge, Abonnements, Streaming-Dienste, Vereinsbeiträge – alles prüfen und kündigen. Deutsche Rentenversicherung informieren. Hinterbliebene können Witwen-/Witwerrente beantragen. Bezogenes Kindergeld muss ggf. zurückgezahlt werden.

Versicherungen

Krankenversicherung: GKV oder PKV informieren. Bei GKV endet die Mitgliedschaft mit dem Tod – eventuelle Rückzahlungen beantragen.

Lebens- und Unfallversicherung: Versicherung mit Sterbeurkunde und Police informieren. Begünstigte Person erhält die Leistung.

Berufsunfähigkeits- und Rentenversicherung: Prüfen ob Hinterbliebenenleistungen bestehen. Bei privaten Rentenversicherungen oft Kapitalzahlung an Erben.

Erbschaft in Deutschland

Gesetzliche Erbfolge (BGB): Ohne Testament: Erben erster Ordnung sind Kinder (zu gleichen Teilen). Ehepartner erbt neben Kindern ¼, im gesetzlichen Güterstand ½. Gibt es keine Kinder, erben Eltern und Geschwister.

Erbschaft annehmen oder ausschlagen: Frist: 6 Wochen ab Kenntnis des Erbfalls (6 Monate bei Auslandsaufenthalt). Ausschlagung beim Nachlassgericht – sinnvoll bei Überschuldung.

Erbschein: Beim Amtsgericht (Nachlassgericht) beantragen. Kostet je nach Nachlasswert zwischen 50 € und mehreren hundert Euro.

Wohnung und Besitz

Mietwohnung: Vermieter informieren. Sonderkündigungsrecht: Erben können mit 3 Monaten Frist zum nächsten Termin kündigen (§ 564 BGB).

Immobilien: Grundbuchamt informieren. Eigentumsübertragung durch Notar. Erbschaftsteuer prüfen.

Fahrzeuge: Kfz-Zulassung ummelden oder abmelden. Kfz-Versicherung informieren.

Häufige Fragen

Muss ich das Testament selbst zum Gericht bringen?
Ja, jedes Testament muss unverzüglich beim Nachlassgericht abgeliefert werden – auch wenn Sie nicht Erbe sind.

Was ist der Unterschied zwischen Totenschein und Sterbeurkunde?
Der Totenschein ist das medizinische Dokument des Arztes. Die Sterbeurkunde ist das offizielle standesamtliche Dokument – sie wird für alle Behördengänge benötigt.

Wie lange dauert die Erbabwicklung in Deutschland?
Einfache Erbschaften dauern 2–4 Monate. Bei Immobilien oder mehreren Erben kann es 6–12 Monate dauern.

Alle Schritte im Blick behalten

Wegbegleiter führt Sie durch jeden Schritt nach dem Todesfall – mit persönlicher Checkliste, Fristen und fertigen Briefvorlagen.

Häufige Fragen

Muss ich das Testament selbst zum Gericht bringen?
Ja, jedes Testament muss unverzüglich beim Nachlassgericht abgeliefert werden – auch wenn Sie nicht Erbe sind.
Was ist der Unterschied zwischen Totenschein und Sterbeurkunde?
Der Totenschein ist das medizinische Dokument des Arztes. Die Sterbeurkunde ist das offizielle standesamtliche Dokument – sie wird für alle Behördengänge benötigt.
Wie lange dauert die Erbabwicklung in Deutschland?
Einfache Erbschaften dauern 2–4 Monate. Bei Immobilien oder mehreren Erben kann es 6–12 Monate dauern.

Alle Schritte im Blick behalten

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